Gefallenen Denkmal 1870/71


Gefallenen Denkmal 1870/71 Das älteste Denkmal des Kösener S e n i o r e n - C o n v e n t s - Verbands KSCV aus den studentischen Corps an Universitäten wurde an Pfingsten 1872 als nationale Gedenkstätte für die Kriegsopfer dieses Dachverbandes nach nur zwei Monaten Bauzeit eingeweiht.
Angeblich handelt es sich überhaupt um das erste Denkmal nach diesem Kriege. Die aktiven Corpsstudenten finanzierten es noch allein und ohne Hilfe ihrer Alten Herren, bevor sich diese 1888 zusammenschlossen zum Verband Alter Corpsstudenten.
Nach Krieg und Reichsgründung 1871 drückt sich hier die Mentalität der so genannten Gründerzeit aus, an der sich besonders die Jugend mit ihren Kriegsteilnehmern begeisterte. Die Form der Triumphsäule ist ein Rückgriff auf die römische Antike, die seitdem Barock wieder aufgelebt war. – Die Berliner Siegessäule von 1873 kommt als Vorbild nicht infrage.
Unser Denkmal steht am Anfang einer ganzen Epocheeiner allgemeinen Denkmalsschwemme. Die Idee und Oberleitung hatte Baurat Dr. Oskar Mothes, der die Rudelsburg nach damaligem Geschmack historisierend instand setzte, für die auch die Corpsstudenten zunächst gesammelt hatten.
Der Leipziger Hofsteinmetzmeister Einsiedel und die beiden Kösener Meister Maurer Werner und Zimmerer Töpfer errichteten die Säule.
Ihr ursprünglich 14,5 Meter hoher Aufbau war symbolisch: Die vier Eckender Plattform stellten die deutschen Königreiche, die 24 Baluster die Bundesstaaten dar. Das Postament zeigte allseits Inschriften auf Marmorplatten, vorne:

"Den Manen / der / im Kriege von 1870 und 1871 / für's Vaterland gefallenen/ deutschen Corpsstudenten / geweiht von dem / Kösener S.C. Verband/ 1872"

und auf drei Seiten die Namen der 138 Gefallenen (später zählte man sogar 234), die sozusagen das Fundament für den Sieg bildeten, denn sie trugen die kolossale, 6,50 Meter hohe Siegessäule mit den Horazworten:

"Dulce et decorum est pro patria mori" (Süß und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben).

Gefallenen Denkmal 1870/71 Darüber schwang sich der vergoldete, siegreiche Reichsadler miteiner Spannweite von 2,30 Metern auf.
Der weiche Sandstein aus Pirna erforderte bald und wiederholt Renovierungen. Der Verfall war 1990 bei der Übernahme durch den Verband nach 55 Jahren der Vernachlässigung beträchtlich (1935 wurden die Corps und ihr Verband durch den NS-Staat aufgelöst):
Der Oberschaft war in die Saale gestürzt worden und bildet heute noch ein Hindernis.- 1991 entfernte man die Überwucherungen und erneuerte 1996 bis 1998 großenteils aufwendig. Von einer Wiederherstellung des Oberteiles oder gar des Adlers sieht der KSCV schon aus Kostengründen ab. Außerdem ist auch die Schleifung eine Geschichtsspur, die – selbst schon wieder denkmalpflegerischerhaltenswert – bleiben soll.

Die Gedenkstätte für alle Toten des Verbandes ist nun das Löwendenkmal.

Die komplette Rede zur Einweihungsfeier von Herrn Christian Kahlenberg III
finden Sie hier !

In der Galerie sind die Bilder der Einweihungsfeier zu sehen.