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Der Corpstudent PDF Drucken E-Mail

Otto von Bismarck Im Frühjahr 1832 begann Bismarck sein Studium an der Universität in Göttingen.
Gleich zu Beginn im Mai 1832, fiel auf, dass er in Göttingen durch einen auffallend langen Rock durch die Straßen wanderte.
Er wurde von einem Pedellen (Hausmeister der Universität) angezeigt beim akademischen Senat wegen anstandswidriger Kleidung. Vor dem akademischen Senat hatte Bismarck nun wieder seinen langen - wohl einem Schlafrock recht ähnlichen – Rock angezogen und die Mitglieder des Universitätsgerichts damit zum lächeln gebracht, während er seinen neuen Gehrock verteidigte.
Er wurde dann von der akademischen Obrigkeit mit der wohlwollenden Mahnung entlassen, sich künftig in einer mehr gebräuchlichen Kleidung auf der Straße sehen zu lassen.
Auf dem Rückweg traf er eine Gruppe von Mitgliedern des Corps Hannoverae. Dieser Kontakt war dann Auslöser, dass Bismarck am 06.07.1832 Mitglied (Renonce) wurde.
Nach einer Renoncenzeit von 6 Wochen wurde er am 15.08.1832 ins engere Corps rezipiert, d.h. endgültig aufgenommen. Kurz davor, am 5. August, sekundierte er bei einer Pistolenmensur, die unblutig ausging und am 10. August hat er das erste mal gefochten.
Im Sommersemester 1822 war er Consenior (Fecht-Changierter). Das Corpsleben hat ihm von Anfang an viel Freude bereitet, von Göttingen ist man damals auch öfter nach Kassel gefahren „wenn wir in einer einmal angebrochenen Nacht mal so rechter Stimmung gewesen sind, haben wir einen Wagen genommen und sind nach dorthin gefahren. Oben auf Wilhelmshöhe haben wir dann einen Louis-d´or  spendiert, und dafür hat man uns das Vergnügen bereitet, einen Teil der Wasser anzulassen.
In unserer Stimmung haben wir aber bald an dem Wasser genug gehabt und es vorgezogen, homöopathisch zu verfahren, similia, similibus curantur, wir gingen zum Bier über“. So sagte Bismarck am 13. Juni 1890 bei Überreichung des Ehrenbürgerbriefes der Stadt Kassel.
Otto von Bismarck Bismarck war als Student dünn wie eine Stricknadel, er hatte einen Spitznamen wegen seiner pommerischen Heimat „Kassube“ und später wegen seiner Qualitäten als Fechter im Vergleich mit den Gefürchteten Bären Nordamerikas „Baribal“. Zu Pfingsten 1833 machte Bismarck eine Vergnügungsreise durch Thüringen mit 5 Corpsbrüdern, u.a. mit einem Aufenthalt in Jena mit Besuch der „Rose“ und der Hofburg in Wöllnitz, einem Sitz eines der vielgerühmten sog. Studentischen „Trinkerreiche“, der Frankenkneipe und des Burgkellers.
Die Göttinger Studenten waren Gäste des Corps Frankonia-Jena.
Bismarck hat 26 Partien gefochten, er galt in seiner Zeit als bester Fechter in Göttingen. Diese Fähigkeiten verdankte er seinem Leibburschen Wuthmann und dem Unterricht bei dem alten Fechtmeister Kastropp, der seit 1819 in Göttingen als Universitäts-Fechtmeister wirkte. Zusammenstöße mit den akademischen Behörden waren nur wenige, u.a. kleinere Ordnungsstrafen, wie für Rauchen auf der Straße oder die Zertrümmerung von Straßenlaternen, wobei er bei Letzterem mangels Beweise freigesprochen wurde.

Er studierte bis zum 11. September 1833 in Göttingen und wechselte dann nach Berlin, wo er am 10. Mai 1834 immatrikuliert wurde. Nach bestandener Prüfung genügte er seiner Militär-Dienstpflicht und besuchte dabei noch die landwirtschaftliche Akademie in Eldena bei Greifswald.
 
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